17.01.2012 - Gemeinde/ Stadt
Themengebiet: Familie, Kinderbetreuung, Kinder und Jugend, Soziales, CDU
Infoabend zur Kinderbetreuungssituation in Brensbach
Am Ohr der Eltern
CDU-Initiative für mehr Kinderbetreuung
Wersau. „Brensbach wird älter und die Zahl der Einwohner wird weniger. Mit dieser Entwicklung muss sich die Gemeinde heute auseinandersetzen, um auch morgen noch eine Zukunft zu haben“, meint Reinhold Stämmler, Fraktionsvorsitzender der CDU Brensbach anlässlich des Informationsabend zur Kinderbetreuung am 9.1.2012 in Wersau.
Er wies darauf hin, dass in den letzten 10 Jahren die Bevölkerung um 300 Personen geschrumpft ist und in den Altersstrukturen 0 bis 64 Jahren in den nächsten Jahren massive Rückgänge zu erwarten seien. Anders verhält es sich bei den Altersgruppen 65 Jahre und älter. Hier wird die Zahl der Menschen deutlich ansteigen.
Angesichts dieser demografischen Entwicklung hat die CDU Ende letzten Jahres in der Gesamtgemeinde eine Umfrage zur Kinderbetreuung durchgeführt.
Hauptwunsch der Eltern sei eine größere Flexibilität bei der Kinderbetreuung. Insbesondere sollten die Betreuungszeiten ausgedehnt und ausreichendPlätze für Essenskinder angeboten werden. Auch die UWG, die am Infotermin mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Thomas Deininger vertreten war, hatte in den gemeindlichen Gremien dies mehrfach gefordert. Die Notwendigkeit, sich mit der Betreuungssituation zu beschäftigen, zeigen auch die Ergebnisse der von der Gemeinde im Oktober 2010 durchgeführten Bürgerbefragung. Bei einer Rücklaufquote von 356 Fragebögen (6,8% aller Einwohner = 5.189) forderten 39% (139) eine Erhöhung der Öffnungszeiten und 40 % (141) eine Erhöhung des Betreuungsangebots. Kritik an der fehlenden Familienfreundlichkeit übten 34% (119) und eine Aufnahme von Kindern unter drei Jahren wünschten 35% (123) der Befragten.
Wie stark der Handlungsbedarf ist, wurde im Gedankenaustausch mit Eltern und Elternbeiratsvertretern Brensbacher Kindertagesstätten deutlich. Besonders wertvoll empfinden die Anwesenden den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zwischen den drei Kindertagesstätten. „Wenn in einer Kindertagesstätte mit Hilfe eines Schichtplans alle Elternwünsche zur Aufnahme von Essenskindern umgesetzt werden, dann muss dies auch in anderen Einrichtungen realisierbar sein“, forderte eine Mutter. Unverständlich ist, dass erst sehr spät vor den Sommerferien die Eltern seitens der Gemeinde erfahren, ob eine Betreuung möglich ist. „Wer Beruf und Arbeitszeiten mit Familien- und Erziehungsaufgaben adäquat verbinden will, ist auf verlässliche Planungsgrundlagen angewiesen“, stellte ein Teilnehmer fest. Wenn Erzieherinnen fehlen, dann ist die Gemeinde gefordert, ein ehrenamt-lich strukturiertes Betreuungsnetz aufzubauen. Eine „Gemeinde der sozialen Wärme“ sollte sich an guten Beispielen am eigenen Standort orientieren, denn nichts überzeuge mehr als ein in der Praxis gelebtes Modell.
An die beiden Fraktionen richteten die Anwesenden die Wünsche, die genannten Themen in die gemeindlichen Gremien hineinzutragen und durch ein erweitertes Betreuungsangebot mit dazu beizutragen, dass Brensbach eine kinderfreundliche und für junge Familien attraktive Gemeinde im Odenwaldkreis wird.
Reinhold Stämmler
Fraktionsvorsitzender CDU Brensbach
Schlagworte: CDU Brensbach